Inhalt ist alles

Beim Fernsehen geht es darum was läuft, immer? Nein, aber meistens. Die Momente ich denen ich vor dem Fernseher bleibe, obwohl meiner Ansicht nach nur Mist läuft sind bestimmt vorhanden, jedoch selten. Ganz anders ist es aber, wenn ich eigentlich die Wahl habe und mir ansehen kann, was ich will. Bei Video-on-Demand dabei zu bleiben, obwohl kein eigentliches Interesse besteht, macht keinen Sinn.

Zu Anfang von Joost wurde mit grossen Namen geworben, welche grosse Inhalte bringen sollten.

„20′000 TV-Shows, 400 Kanäle und täglich werden es mehr.“ Und die Inhalte für diese Shows lieferten schon in der Startphase Firmen wie Warner Bros., Paramount Pictures, Viacom, MTV, VH1, Endemol und CBS.

International bekannte Inhalte also, und mit Permira und KKR, welche an Pro7 und Sat1 beteiligt sind, sind auch deutschsprachige Inhalte mit dabei.

Die Joost-Macher melden, dass der Schwerpunkt ganz klar auf hochwertigen Inhalten von professionellen Produzenten liege: „Wir werden keine privaten Videos von Usern online stellen, solange die Qualität nicht ausreicht und Urheberrechte nicht geklärt sind“. Man wolle nicht, dass sich Joost zu einem zweiten YouTube entwickle.

Trotzdem ist die Auswahl an Sendern noch beschränkt. So hiess es Mitte 2007 und heisst es auch heute noch. Folgende Probleme haben sich ergeben:

Inhalte sind teilweise nur lokal verfügbar, meistens dann ausschliesslich in den USA. Rechtlich ist das zwar zu verstehen, aber es gibt nichts frustrierenderes, als (endlich) eine interessante Show gefunden zu haben um gleich darauf zu merken, dass er nicht angesehen werden kann.

Ob nun im eigenen Land erhältlich oder nicht, der Inhalt soll vor allem interessant und spannend sein. Und genau das sind die Inhalte von Joost eher nicht. Das Beispiel von Punk’d, einer populären Sendung von MTV ist da schon eine Ausnahme. Ansonsten werden neben Nachrichtensendungen, welche im Vergleich zum normalen Fernsehen immer verspätet laufen, Dokumentationen oder Independent-Filme gezeigt, welche möglicherweise inhaltlich wertvoll, jedoch nicht besonders packend sind. Das kann auch daher kommen, dass die grossen Produzenten bestimmt nicht ihre besten Sendungen gratis freigeben, wenn jene gleichzeitig noch zu Fernseh-Preisen angeboten werden. Die Partner-Produzenten wollten sich eine potentiell gute Möglichkeit wie Joost wohl einfach nicht entgehen lassen, und sind deshalb die Zusammenarbeit eingegangen. Was sie aber schlussendlich liefern, liegt wohl immer noch in ihren Händen und bis zum jetzigen Zeitpunkt reicht das nicht aus, um die Mehrheit der bisherigen Joost-Seher zu befriedigen oder, was noch fast wichtiger ist, wenn Joost erreichen will, was es versprochen hat, neue Seher zu gewinnen.

Eine Antwort zu “Inhalt ist alles”

  1. Da stimme ich mit Dir überein. Mit Video-on-Demand würde man sicher gezielter TV gucken und nicht so wahllos herumzappen wie sonst oder den guten alten Kasten einfach als Hintergrund-Geräusch-Kulisse missbrauchen. Voraussetzung ist natürlich, dass es auch tatsächlich etwas Spannendes und Interessantes zu schauen gibt. Dies ist ja aber momentan leider nicht so der Fall, wie Du schreibst. Ich gebe zu, dass ich bis jetzt noch nicht gross bei JOOST vorbei geschaut habe. Ich war mal kurz auf der Startseite und war von der Vielfalt, die da einem geboten wird ziemlich beeindruckt. Aber eben….wenn das Meiste davon nicht funktioniert bzw. nicht konsumiert werden kann, dann nutzt einem das ja auch nichts, da wird man nur „gluschtig“ gemacht. Mir scheint, dass sich die Macher von JOOST irgendwie etwas übernommen haben. Zumindest was den Start hier in Europa betrifft. Es klingt alles supertoll in der Theorie aber die Umsetzung in die Praxis scheint nicht richtig funktionieren zu wollen. JOOST will alles richtig machen und doch läuft alles (noch) falsch. Anstatt der Konkurrenz mit ihrem Angebot das Fürchten zu lehren, merken diese nicht einmal gross, dass da etwas im Anmarsch ist. Ebenso wenig die Zuschauer.

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