Daten sammeln und schützen! und benützen?

Joost muss sich zum einen Gedanken über das Urheberrecht machen, wenn die Inhalte von den Partnern online gestellt werden. Zum Andern hat Joost aber auch den User als Kunden und ist somit für den Schutz dessen Daten verantwortlich.

Für den heutigen Blog nehme ich mir die Privacy Policy vor, welche Joost auf ihrer Website veröffentlicht und gebe an, was Joost über seine User wissen will und evtl. auch warum.

Zunächst wird klargestellt, dass sämtliche Informationen, welche gesammelt werden, einzig für das personalisierte Programmangebot gebraucht werden. Und dass auch nur Informationen gesammelt werden, welche dabei auch wirklich hilfreich sind.

Folgende Angaben werden gesammelt

Persönliche Angaben: Geschlecht, Alter, Geburtsdatum, Herkunftsland, Vorlieben/Abneigungen

Kommunikation: Von Joost versendete Mails geben Auskunft darüber, ob die Mail geöffnet und ob allfällige Links aus der Mail heraus angeklickt wurden.

IP-Adresse, Betriebssystem, Browsername und –version, angefragte Seite, verweisende Seite (von welcher Seite wurde auf die Joost-Seite verwiesen, zBsp. Google) Datum/Zeit, manchmal Cookies (zur Wiedererkennung der Seite seit dem letzten Besuch). Ist der User eingeloggt, werden diese Angaben mit seinen Personalangaben verknüpft, gelangt ein User anonym auf die Joost-Seite, so werden die Angaben trotzdem gespeichert, geben dann einfach Auskunft, wie Joost-Besucher zu der Seite finden und was das für Besucher sind (Herkunft).

Sieht sich der User Inhalte von Joost an, sendet der Computer die Informationen darüber, welche Show auf welchem Kanal zu welcher Uhrzeit angewählt bzw. angeschaut wird an Joost weiter.

Eine weitere Art der Datenbeschaffung gelingt Joost durch die Anwendung von ‚Google Analytics’. Dieser Service platziert Cookies auf dem Computer des Users und dokumentiert mit deren Hilfe, wie der User in diesem Fall die Joost-Seite benutzt. Diese Daten werden von Google gesammelt und gespeichert und KANN!, wo durch das Gesetzt erlaubt, an Drittpersonen zur Analyse weitergegeben werden.

Ein gleiches Verfahren verwendet Joost mit Facebook: Der User hat die Möglichkeit, seine Facebook-Freunde über die eigenen Joost-Aktivitäten auf dem Laufenden zu halten, im Gegenzug werden sämtliche Daten von Facebook gesammelt, gespeichert, und an Joost weitergegeben?

Es ist höchstwahrscheinlich, dass Joost die gesammelten Daten analysiert und dies nicht nur im Umfang von „Der Anteil der männlichen User zwischen 35 und 44 Jahren ist so und so gross “, sondern dass konkrete Nutzerprofile über das Verhalten der User erstellt werden. Solche Nutzerprofile sind für die Werbepartner zum Beispiel besonders wichtig (geklickte Werbelinks). Die Joost-Macher sagen, sie könnten aus Verhalten ihrer User lernen und somit das Angebot an deren Vorlieben und Gewohnheiten anpassen. Dem ist auf jeden Fall so, und das ist auch vorteilhaft, auf der anderen Seite werden relativ viele persönliche Daten über den einzelnen User gesammelt. Wie die Cumulus-Karte im Migros kann bestimmt auch die Datensammlung von Joost als bedenkenlos und rechtlich in Ordnung erachtet werden, und schlussendlich profitiert wohl auch der Kunde davon. Jedoch ist das auch eine gewisse Einstellungsfrage und wenn ein User nicht möchte, dass diese Informationen über ihn gesammelt werden, so muss er über die Möglichkeiten der Dokumentierung und Analyse von Daten, welche aus dem Internet gewonnen werden können, Bescheid wissen, da sonst einfach ohne sein Wissen gesammelt wird.

Eine Antwort zu “Daten sammeln und schützen! und benützen?”

  1. Deborah Sagt:

    Nun ja, im Zeitalter der Cumulus- und der Coopkarte erstaunt es mich nicht, dass ein als neues Leitmedium gefeiertes Internet-Fernsehen sich anschickt, alles über seine Kundschaft zu erfahren. Schliesslich geht es ja auch darum sich durch dieses Mehrwissen einen Vorteil gegenüber der Konkurenz zu schaffen. Aufgrund der erhaltenen Informationen kann besser auf Kundenwünsche eingegangen werden bzw. es kann genau das angeboten werden, was die Kundschaft gerne haben bzw. sehen möchte. Und solange niemand gezwungen wird seine Bankgeheimnisse preiszugeben, finde ich das auch nicht weiter schlimm. In unserer heutigen Gesellschaft gehört das Hausieren mit persönlichen Daten ja irgendwie schon zum guten Ton. Datenstrip auf Seiten wie Facebook, MySpace oder sonstwo sind gang und gäb und rufen keinen “Datenschützer” mehr auf die Barrikaden. Und für ein besseres, auf mich zugeschnittenes Fernsehprogramm erzähle ich denen gerne etwas über meine Vorlieben … :-)

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