Video-on-Demand – Will das überhaupt jemand?

Was Joost anbietet ist kostenfreies Video on Demand (VoD) und wird in der Medienindustrie schon seit langem thematisiert. Die technischen Voraussetzungen waren jedoch auch lange Zeit nicht gegeben bzw. eine realistische Verbreitung von VoD wäre nur mit enormem finanziellem Aufwand möglich gewesen.

Mittlerweilen gibt es einige VoD-Anbieter. Entweder via PC oder TV oder auch mobil. Die verschiedenen Geschäftsformen sind Pay-per-View, Download-to-own (Inhalt kann behalten werden) oder im Abonnement. Im Folgenden will ich aufzeigen, dass die Grundvoraussetzungen für Video on Demand, und also auch der Geschäftsidee von Joost, gegeben sind.

Der Konsum audiovisueller Medien, insbesondere des Fernsehens, befindet sich im Wandel. Wichtige Aspekte dabei sind, wie in vorherigen Beiträgen bereits angesprochen, sind der Trend zu mehr zeitlicher Souveränität und inhaltlicher Selektivität. Immer mehr Zuschauer möchten sich von den vorgegebenen Programmplänen lösen. Das vor allem deshalb, weil gern gesehene Inhalte oft nicht zu jenem Zeitpunkt gesendet werden, der für den Zuschauer ideal wäre. Es kann passieren, dass Sendungen deshalb verpasst werden. Ist der Zeitpunkt der Ausstrahlung vorgegeben, so muss der Zuschauer einen relativ grossen Aufwand betreiben, sei es um seinen Tagesablauf auf das Programm abzustimmen oder um die Sendung mittels Aufnahme- und Abspielgerät aufzuzeichnen. Dazu ist jedoch zu sagen, dass ungefähr die Hälfte der Besitzer solcher Aufnahmegeräte diese gar nicht erst zum Aufzeichnen gebrauchen.

Diese Tatsachen stellen eine Chance für Video-on-Demand dar. Die Verkaufszahlen von Videohandlungen unterstützen diese Aussagen. Obwohl das Fernsehen ein immer breiteres Angebot hat, haben sich die Ausleihen in Filmhandlungen von 2000 bis 2005 beinahe verdoppelt. Der Zuschauer will sich also tatsächlich wie bereits gesagt, zeitlich und inhaltlich unabhängig machen. Auch die konkrete Frage, ob Video-on-Demand als eine Ergänzung oder gar Alternative zum traditionellen Fernsehen gesehen wird, bejahen die Hälfte der Befragten.

Als Gründe, weshalb VoD trotzdem abgelehnt wird, werden an erster Stelle die zusätzlichen Gebühren und an zweiter Stelle die Kosten für die neue Technik genannt. Bei Joost ist beides kostenlos.

Weiter wird gefragt, ob Werbung akzeptiert würde, wenn dadurch die Kosten gesenkt oder gar wegfallen würden. Die Antworten sprechen erneut für das Model von Joost, denn die Befragten zeigten sich offen für die Möglichkeit von Werbung, solange das Konsumerlebnis dabei nicht erheblich gestört würde. Werbung zwischen den Sendungen erhält dabei am meisten Akzeptanz.

Generell kann somit gesagt werden, dass Video-on-Demand durchaus Aussichten auf eine weite Verbreitung und festen Bestandteil in der künftigen Medienlandschaft hat. Es müssen nur gute Finanzierungslösungen gefunden werden, denn der Zuschauer ist sich je länger desto mehr an Kostenlosigkeit gewöhnt.

(Hier ist der ganze Artikel, aus dem das meiste den obigen Beitrages entnommen ist)

Eine Antwort zu “Video-on-Demand – Will das überhaupt jemand?”

  1. Deborah Sagt:

    Die Richtung, die JOOST einschlägt, finde ich wirklich gut. Gerade in der heutigen Zeit, wo die wenigsten Menschen es schaffen neben Arbeit, Studium, Sport und Kinderkrippe pünktlich um acht Uhr für den Dienstagskrimi zu Hause zu sein, kommt so ein Medium sicher gut an. Und kostenfrei ist es ja auch noch, was will man also mehr! Jetzt müssen die Macher einfach noch schauen, dass sie auch wirklich interessante, spannende und sehenswerte Beiträge bringen, sonst lohnt sich der Aufwand wohl nicht. Da zappt man sich doch lieber noch einmal bequem durchs etwa gleich spannende Fernsehprogramm. Du schreibst für eine weitere Verbreitung von VoD müssten noch gute Finanzierungslösungen gefunden werden. Was für Möglichkeiten gibt es denn da, nebst der Werbung? Und wie finanziert sich eigentlich JOOST? Vielleicht hast Du das ja bereits in einem Deiner vorangehenden Blogs erwähnt und ich habs überlesen…

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